Aktionärsidentifikation

Aufgrund der Vorgaben der Richtlinien 2007/36/EG und 2017/828 und deren Umsetzung im ARUG II erhalten Emittenten ab 3. September 2020 das Recht, die eigenen Aktionäre eindeutig zu identifizieren.

Die Regelungen der Richtlinien gelten für alle Emittenten mit Sitz in der EU, deren Aktien zum Handel in einem regulierten Markt zugelassen sind.

Die Richtlinien verpflichten alle Intermediäre zur unverzüglichen Beantwortung und/oder Weitergabe der Anträge auf Offenlegung von Informationen über die Identität von Aktionären entlang der Kette der Intermediäre.

Die Rahmenbedingungen der Aktionärsidentifikation

Informationen zu Aktionär und Aktienbesitz

Die auf Antrag des Emittenten an diesen zurückzuliefernden Informationen zum Aktionär sind:

  • Eindeutige Kennung des Aktionärs
  • Name(n) des Aktionärs
  • ggf. Vorname(n) des Aktionärs
  • Vollständige Anschrift des Aktionärs (incl. Ländercode)
  • E-Mail Adresse des Aktionärs (soweit dem Intermediär vorliegend)
  • Art der Beteiligung
  • Zahl der vom jeweiligen Aktionär beim beantwortenden Intermediär gehaltenen Aktien
  • Beginn der Beteiligung
  • Name und eindeutige Kennung eines ggf. vom Aktionär benannten Dritten

Fristen für Weiterleitung und Beantwortung von Identifikationsersuchen

Bei einer Kette von Intermediären gelten für die Weitergabe der Offenlegungsanträge folgende Fristen:

  • Bei Eingang des Offenlegungsantrags bis 16:00 Uhr ist der Antrag unverzüglich, spätestens bis zum Ende des gleichen Geschäftstages, an den nächsten Intermediär in der Kette weiterzuleiten.
  • Bei Eingang des Offenlegungsantrags nach 16:00 Uhr ist der Antrag unverzüglich, spätestens bis 10:00 Uhr des auf den Eingangstag folgenden Geschäftstages, an den nächsten Intermediär in der Kette weiterzuleiten.

Auch für die Beantwortung der Offenlegungsanträge gelten strenge Fristvorgaben:

Die Antwort an den Emittenten hat unverzüglich und spätestens an dem auf den Eingangstag oder auf den ggf. im Antrag genannten Stichtag (Aufzeichnungsdatum) folgenden Geschäftstag zu erfolgen.


Gültigkeit des Anspruchs auf Aktionärsidentifikation:

Der uneingeschränkte Anspruch auf Aktionärsidentifikation besteht ab 3. September 2020.

Der Auskunftsanspruch der Emittenten gegenüber allen Intermediären gilt grenzüberschreitend innerhalb der EU.

Zu erwartende Probleme im Zuge der Aktionärsidentifikation

Aufgrund der großen Zahl an Emittenten (allein für Deutschland sprechen wir von 450 Aktiengesellschaften) sowie einem Vielfachen an potentiell beteiligten Intermediären (für Deutschland mindestens 1.800 Wertpapierverwahrer), ist bei allen beteiligten Parteien von erheblichem Verwaltungs- und Personalaufwand bei Verarbeitung von Anfrage bzw. Rückmeldung auszugehen.

Im Zuge dieser Kommunikation werden alle denkbaren Varianten und Wege zwischen den beteiligten Akteuren eröffnet.

Dies hat zur Folge, dass die Prozesse bei jeder Anfrage variieren können, was einen extrem hohen manuellen Aufwand bedingt.

Eine geringe Akzeptanz und seltene Nutzung dieser Identifikationsmöglichkeit könnte die Folge sein.

Die Lösung bietet hier die Nutzung unserer Plattform.

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Deutsche Plattform für Aktionärsidentifikation und –information

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